Bell 47 G-3B-1 "Soloy"

Reg. OE-XDM

Die Bell 47 spielte oft eine Hauptrolle. Ob im 007-Abenteuer Feuerball oder in Fernseh-Serien wie M*A*S*H stets war auch eine Bell 47 mit dabei. So auch im 1968 erschienenen Streifen „Agenten sterben einsam“ mit Richard Burton und Clint Eastwood. Da kamen die Kinozuschauer in den Genuss, den berühmten Helikopter im Innenhof von Schloss Adler landen zu sehen. Pikant, denn der Streifen spielte während des zweiten Weltkrieges im Winter 1943/44; der Jungfernflug der ersten Bell 47 sollte jedoch erst zwei Jahre später stattfinden. Wie auch immer, im Film ist alles möglich. Auch wurde die Location Schloss Adler kurzerhand in die Festung Hohenwerfen verlegt, 40 Kilometer von Salzburg, wo fast vier Jahrzehnte später im Hangar 7 eine Bell 47 G-3B-1 als topp restauriertes und flugfähiges Mitglied der Red Bull Flotte zu bestaunen ist.

Nach dem Erstflug am 8. Dezember 1945 erhielt die Bell 47 als erster ziviler Hubschrauber überhaupt die Zulassung in den USA. Es gab diverse Varianten, ob als militärische Ausführung oder zivile mit Schwimmern oder Kufen. So war der leichte Heli für alle erdenklichen Einsätze gerüstet. Als Sprühhubschrauber für die Landwirtschaft, zur Berg- und Seerettung oder als Ambulanz-Hubschrauber und als Trainer. Buchstäblich tausende Piloten lernten Helikopterfliegen auf der Bell.

Der Helikopter besticht einerseits durch das markante Plexiglas Cockpit, welches auch gerne als „Goldfischglas“ bezeichnet wird und anderseits durch die offene Gitterrohrkonstruktion.
Bereits vor über 60 Jahren, am 17. September 1952 wurde von dem Piloten Elton J. Smith auf einer Bell 47 (Modell D-1) der noch heute gültige Distanz-Weltrekord für Hubschrauber mit Verbrennungsmotoren geflogen: 1.958,8 Kilometer - vielleicht ein Rekord für die Ewigkeit!

Angetrieben wurde der 2-Blatt-Rotor meist durch Lycoming Triebwerke mit 260 PS bis 305 Turbo-PS. Die frühen G-Modelle hatten den Franklin 6V4-200 C 32 Boxermotor verbaut. Es gab aber auch veredelte Versionen, die mit einer Turbine von Allison, später Rolls Royce, ausgestattet waren. Diese Modelle wurden von der Firma Soloy Aviation in USA umgerüstet.

Trotz ihres geringen Leergewichts von 800 kg hat die Bell 47 sehr gutmütige Flugeigenschaften und verfügt bei einem Motorausfall über ein hohes Sicherheitspotential. Der amerikanische Vielzweck-Helikopter wurde bis 1974 in einer Stückzahl von 6000 Exemplaren gebaut. Lizenzbauten des italienischen Herstellers Agusta, Westland Aircraft aus England und Kawasaki aus Japan schraubten die Stückzahlen noch höher und machten die Bell 47 zu einem der weitest verbreiteten und erfolgreichsten Hubschrauber der Welt.

Bell 47 sind heute gesuchte Raritäten und von den Heli-Piloten gerne geflogene Maschinen. Das trifft ganz speziell für die Soloy-Version zu. Die von vielen Fachleuten als schönstes Exemplar bezeichnete Bell 47-Soloy ist im Hangar 7 in Salzburg zu sehen - unweit des Originalschauplatzes, wo die Bell 47 einen ihrer zahlreichen Filmauftritte hatte.

Presseinformation

Technische Daten

13,3 m / 43,6 ft 11,3 m / 37,1 ft 2,8 m / 9,3 ft
Kennzeichen OE-XDM
Hersteller Bell Helicopter Textron
Baujahr 1966
Werksnummer 3575
Triebwerk Rolls-Royce 250-C20 B
Leistung 420 PS
Reisegeschwindigkeit 145 km/h / 75 kts
Höchstgeschwindigkeit 165 km/h / 90 kts
Dienstgipfelhöhe 4.880 m / 16.000 ft
Max. Flugdauer ca. 3h
Tankinhalt 315 l
Reichweite 410 km / 220 nm
Treibstoffverbrauch ca. 95 l/h
Länge Zelle 9,9 m / 32,6 ft
Durchmesser Heckrotor 1,8 m / 5,8 ft
Leergewicht 786 kg / 1.730 lbs
Max. Abfluggewicht 1.335 kg / 2.943 lbs
Sitze 1 Pilot / 2 Passagiere
Info Kolbenmotor Lycoming TVO-435 (260PS) wurde durch Turbinen-Triebwerk (420 PS) ersetzt

Bell 47 G-3B -1 'Soloy'

Impressionen zum Hubschrauber

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