Siegfried Schwarz

Flugbetriebsleiter & Chefpilot Hubschrauber

Er war der erste zivile Hubschrauberschüler in Österreich – zuvor konnte die Lizenz nur über das Bundesheer erworben werden. Schon bald startete Schwarz ehrgeizig seine Profikarriere als Helikopterpilot in der Luftbildfotografie. 1987 wurde er Pilot bei der Heli-Air in Tirol - Transport- und Rettungsflüge waren seine Hauptaufgaben. Er wurde schließlich zum Ausbildungsleiter und Chefpiloten der Heli Air und der Christophorus Flugrettung. Seit 2000 ist Schwarz Pilot bei den Flying Bulls, beginnend als Freelancer, mittlerweile ist er Chefpilot und Flugbetriebsleiter der Helikopter bei den Flying Bulls. Er ist der einzige Österreicher mit einer zivilen Helikopter Kunstflug Lizenz und einer von zwei Piloten mit einer US FAA Helicopter Aerobatic Lizenz!
Besonders ans Herz gewachsen ist ihm die Cobra der Flying Bulls – sie ist für Siegfried Schwarz das „Musclecar der Lüfte“. Highlights: 2x Goldmedaille mit der BO105 der Flying Bulls bei der Hubschrauber-Freestyle Weltmeisterschaft in Russland 2012 und Polen 2015.

1. Erinnern Sie sich an Ihren ersten Flug als Pilot?

SSCH: Natürlich, es war eine Cessna 150 im Jahr 1977.

2. Auf wie viele Flugstunden blicken Sie zurück?

SSCH: Mittlerweile sind es rund 11,000.

3. Longbow oder Bell 47?

SSCH: Longbow – alleine schon, weil ich dann einer der wenigen Zivilisten wäre, der diesen amerikanischen Kampfhubschrauber geflogen hätte.

4. Welchen Hubschrauber würden Sie gerne einmal fliegen, wenn Sie frei wählen dürften und warum?

SSCH: Den Eurocopter Tiger. Leider ebenfalls unmöglich, aus den gleichen Gründen wie beim Longbow.

5. Gibt es ein technisches oder Design-Detail an einem Ihrer Hubschrauber, das Sie besonders fasziniert?

SSCH: Ja! Das Rotorsystem der BO105. Der Rotorkopf ist aus einem Stück Titan gearbeitet.

6. Welche Flugeigenschaften begeistern Sie bei welchem Hubschraubertyp besonders? Welche sind eher kritisch zu beurteilen?

SSCH: Bei der BO105 natürlich die unglaublichen Kunstflugeigenschaften. Die Bell Cobra ist durch ihre Motorleistung eine Klasse für sich. Und durch die große Kanzel der Bell 47 erlebt man Landschaften mit ganz anderen Augen. Negative Eigenschaften? Da gibt es eigentlich nichts Spezielles zu berichten.

7. Hatten Sie angesichts des Alters der Maschinen noch nie ein mulmiges Gefühl beim Einsteigen oder während des Flugs?

SSCH: Wegen des Alters sicherlich noch nie, schließlich ist die Wartung entscheidend, und da brauche ich mir bei den Flying Bulls keine Gedanken machen. „Fremde“ Helikopter schaue ich mir dagegen immer ganz genau an.

8. Was war der turbulenteste Flug in Ihrem Leben?

SSCH: Da gab es mehrere, vor allem bei Rettungseinsätzen, um verunglückte Bergsteiger aus Gletscherspalten herauszuholen. Das war manchmal schon haarscharf…

9. Welche Maschine gehört noch unbedingt in die Sammlung der Flying Bulls?

SSCH: Eine Sikorsky S-58T. Es gibt keinen besseren Hubschrauber für Sight-seeingflüge mit Passagieren!

Impressionen

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