Philipp Haidbauer

Pilot aus Leidenschaft

Nachdem er im Sommer 2000 die erste Bekanntschaft mit den Flying Bulls gemacht hatte und als Praktikant verschiedenste Tätigkeiten ausübte ließ ihn der Traum, einmal selbst fliegender Bulle zu werden, nicht mehr los. Somit brach er letztendlich nach zwei Jahren sein Studium ab und begann die Ausbildung zum Militärpiloten bei den österreichischen Luftstreitkräften. Nach erfolgreichem Abschluss war Haidbauer als Einsatzpilot im „Luftraumsicherungs- und Luftraumverteidigungsdienst“ tätig.

Den Kontakt zu den Flying Bulls verlor Haidbauer nie - und 2009 wurde er schließlich, noch während seiner Tätigkeit als Einsatzpilot in der Tigerstaffel des Überwachungsgeschwaders, ins Team der Flying Bulls aufgenommen. Zuerst pilotierte er als Freelancer vorwiegend die Boeing Stearman. Als ihm dann aber 2010 die Möglichkeit geboten wurde den Alpha Jet zu fliegen konnte er es durchsetzen seine Tätigkeit als Militärpilot auf 50% zu reduzieren. Dieses geteilte Dienstverhältnis – durchaus als Kooperation zu bezeichnen – des Bundesheeres mit den Flying Bulls ist bisher einzigartig.
Mitte 2013 beendete er, trotz Aussicht auf einen Platz im Cockpit des Eurofighters, seine aktive Zeit bei den Luftstreitkräften und ist seither hauptberufliches Mitglied im Pilotenteam der Flying Bulls. Und wie es bei Haidbauer mit festgelegten Wünschen/Zielen ist: mittlerweile pilotiert er eine beachtliche Anzahl an Typen aus dem Hangar der fliegenden Bullen… wie bereits erwähnt die Boeing Stearman und die Alpha Jets, aber auch die Faichild PT-19, die Extra 300, die C337 Push Pull, die Citation Encore+, seit 2012 auch die Douglas DC-6 … und dennoch ist seit Traum noch nicht ganz ausgeträumt – denn ist gibt noch immer weitere Schätze in der Flotte der Flying Bulls, von denen er auch noch träumt sie eines Tages selbst fliegen zu dürfen.

1. Erinnern Sie sich an Ihren ersten Flug als Pilot?

PH: Damals konnte man noch Rundflüge bei Airlinern kaufen. Ich war klein, hatte von der Stewardess ein rotes Kapperl bekommen und war natürlich nicht der Pilot. Aber von da an wollte ich einer werden.

2. Auf wie viele Flugstunden blicken Sie zurück?

PH: Auf etwas über 3.000 Flugstunden und über 3.000 Landungen, mehr als ein Drittel davon im Verbandflug und über 700 Acroflüge bzw. Luftkämpfe. Es waren bisher also nicht unzählbar viele, aber meist sehr intensive Stunden!

3. F-22 oder Corsair? Airbus 380 oder B-25?

PH: Ein 380er und eine Raptor fliegen auch „ohne großes Zutun“ des Piloten. Die Corsair sowie die B25 muss man noch selbst im Zaum halten. Frage beantwortet?

4. Welches Flugzeug würden Sie gerne einmal fliegen, wenn Sie frei wählen dürften und warum?

PH: Formulieren wir es anders herum: Es gibt kein Flugzeug das ich nicht gerne einmal fliegen möchte. Auch Hubschrauberfliegen würde ich gern noch lernen – einfach des Fliegens wegen!

5. Gibt es ein (technisches oder Design-) Detail an Ihrem Flugzeug/Hubschrauber, das Sie besonders fasziniert?

PH: Die „Flügel“ find’ ich gut. Die haben sich als sehr nützlich erwiesen…
Nein, im Ernst: Mich fasziniert die Liebe zum Detail mit der die Flieger restauriert und zu neuem Leben erweckt wurden!

6. Hatten Sie angesichts des Alters der Maschinen noch nie ein mulmiges Gefühl beim Einsteigen oder während des Fluges?

PH: 1. Mit einem mulmigen Gefühl steige ich erst gar nicht ein.
2. Ich habe tiefstes Vertrauen in die meisterhaften Künste der technischen Crew.
3. Alt ist nicht gleich schlechter!

7. Was war der turbulenteste Flug in Ihrem Leben?

PH: Turbulent ist nur das Leben – Flüge sind manchmal ruhig und manchmal eben weniger.

Impressionen

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