Eric Goujon

Corsair Pilot

Es hätte nicht viel gefehlt und Eric Goujon würde noch heute in der französischen Kleinstadt Gonesse Lampen montieren und Stromkabel verlegen. Der Ruf des großen Abenteuers war dann aber doch zu laut und so schlug Goujon nach seiner Elektrikerlehre einen starken Kurswechsel in der Karriereplanung ein. Über 16 Jahre in der französischen Luftverteidigung machten aus ihm einen begnadeten und überaus erfahrenen Piloten, der seit 2013 die Flying Bulls Crew verstärkt. Und wenn man sieht, wie er als Pilot der Corsair die Maschine immer wieder butterweich auf dem Boden aufsetzt, möchte man gar nicht glauben, dass er beim Karate – seinem zweiten großen Hobby neben der Fliegerei – die Gegner reihenweise hart auf die Matte schickt.

1. Erinnern Sie sich an Ihren ersten Flug als Pilot?

EG: Meine erste Erinnerung stammt aus der Zeit, als ich sechs Jahre alt war. Ich flog meinen ersten Flug mit Passagieren mit einem „Dragon-Rapide“ und sah meinem Vater beim Absprung mit dem Fallschirm zu!

Als ich dann 19 Jahre alt war, wurde ich Mitglied in einem Drachenflieger-Verein und benutzte damals ein frühes Modell des Rogallo-Gleiters.

Mein erster echter Flug in einer Maschine war zu Beginn meiner Flugausbildung. Ich war 23, besuchte eine militärische Flugschule und flog eine CAP-10.

2. Auf wie viele Flugstunden blicken Sie zurück?

EG: 2015 waren es insgesamt 8250.

3. F-22 oder Corsair? Airbus 380 oder B-25?

EG: Also ... Ein Traum wäre natürlich ein Flug mit der F-22 und dann ein gemächliches Gleiten in den Sonnenuntergang mit der Corsair.

4. Welches Flugzeug würden Sie gerne einmal fliegen, wenn Sie frei wählen dürften und warum?

EG: Das ist noch eine Traumfrage, welche die Wünsche eines Jugendlichen weckt. Die F-104 ist der absolute Traum. Niemals zuvor wurde ein Flugzeug so dicht an seinen aerodynamischen Grenzen entwickelt.

5. Gibt es ein (technisches oder Design-) Detail an Ihrem Flugzeug/Hubschrauber, das Sie besonders fasziniert?

EG: Ich bin unglaublich stark an dem ultraneuen Konzept der Schubvektorsteuerung für neue militärische Kampfjets interessiert. Mir ist aber klar, dass die Dronen-Technologie derzeit große Fortschritte macht und wir diese neue Flug-Philosophie akzeptieren müssen. Neue Konzepte und Entwicklungen bei Helikoptern für eine verbesserte Manövrierfähigkeit verfolge ich auch.

6. Hatten Sie angesichts des Alters der Maschinen noch nie ein mulmiges Gefühl beim Einsteigen oder während des Fluges?

EG: Wir müssen uns im klaren sein und akzeptieren, dass viele Flugzeuge alt sind, das stimmt. Wir müssen aber auch wissen, dass sich die Flugzeugwartung vollkommen von der Pflege anderer Maschinen unterscheidet. Alle Systeme werden beinahe ständig überholt, um ihre vollständige Funktionsfähigkeit zu garantieren.

7. Was war der turbulenteste Flug in Ihrem Leben?

EG: Vor Jahren befand ich mich mit drei Mirages und einem Boeing-Tankflugzeug auf einem militärischen Überführungsflug von Singapur nach Mumbai. Mitten im Indischen Ozean gerieten wir für etwa eine Stunde in einen heftigen Sturm. Wir lösten die Formation auf und trafen uns später dank des Navigationssystems wieder. Alle waren danach ein wenig erschöpft ...!

Impressionen

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