P-38 Lightning

Mit Schall und Rauch dem Himmel entgegen

Um die eindrucksvollen Flugmanöver der Lockheed P-38 Lightning für das Publikum noch besser sichtbar zu machen, hat man sich bei den Flying Bulls entschlossen, die P-38 seit letztem Jahr mit einem Smoke System auszustatten.

Da es kein speziell auf die P-38 zugeschnittenes Smoke System zum Kauf gibt, mussten Komponenten wie der Smoke Oil Tank, die Halterungen für die Pumpen, die Leitungen und auch die elektrischen Steuerungen von den Flying Bulls-Technikern selbst angefertigt werden. Wie bei allen Um- und Einbauten, die eine mögliche Gewichtsveränderung des Flugzeugs nach sich ziehen, musste auch hier durch vorheriges Wiegen bzw. Berechnungen sichergestellt werden, dass der Einbau des Smoke Systems weder Gewichtsschwerpunkt noch Flugeigenschaften beeinflusste.

Das geringe Platzangebot in der P-38 machte die Installation des Systems entsprechend aufwändig. Um zu gewährleisten, dass sich der Luftwiderstand nicht ändert, wurden alle notwendigen Bestandteile im Flugzeuginneren verbaut.

Die mechanischen Elemente wie Öltank, Pumpen, Leitungen und Einspritzdüsen wurden dabei beiderseits auf dem Boom hinter dem Triebwerk verbaut, während die elektrischen Bauteile im Cockpit Platz fanden, von wo sie über eine Verkabelung wieder mit den Pumpen verbunden wurden. Im Fahrwerksschacht wurden außerdem spezielle „Quick-Disconnect-Anschlüsse“ eingebaut. Das erlaubt die Befüllung des Systems per Handpumpe, ohne dass dafür unnötig Deckel geöffnet werden müssten. Die Füllmenge reicht pro Seite für rund 20 Minuten Rauchbildung.

Die Bedienung des Systems ist denkbar einfach: Der Pilot kann mit einem Schalter vorwählen, ob nur eine oder beide Seiten gleichzeitig aktiviert werden sollen, das System dann in Standby bringen und mit einer weiteren Taste direkt am Steuerhorn auslösen. Mit einem einfachen Knopfdruck wird das Öl in die heißen Auspuffgase eingespritzt und sorgt damit für die charakteristischen weißen Rauchfahnen. Der Pilot kann seine Hände während des gesamten Vorgangs am Steuerhorn belassen und sich auf seine Manöver konzentrieren, was nicht zuletzt aus sicherheitsrelevanten Gründen ein wichtiger Aspekt ist.

Dasselbe Prinzip der Einspritzung von Öl kommt übrigens auch bei der „Edge“ zum Einsatz. Die Cobra hingegen verfügt über ein anderes System – das sichtbare Ergebnis ist jedoch dasselbe: weißer Rauch, der die Flugmanöver und Flugwege besser erkennbar macht und die Zuschauer jedes Mal aufs Neue in Staunen versetzt.

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