Arbeiten an der Grand Dame, der DC-6B

Sie ist das Kronjuwel der Flying Bulls. Ein Flugzeug, das nicht nur durch seine Größe, seinen Sound und das luxuriöse Interieur besticht, sondern vor allem durch seine einzigartige Geschichte. Staatschefs, Präsidenten und Prominente sind damit geflogen. Der damalige jugoslawische Staatschef Josip Broz Tito nutzte sie als Präsidentenmaschine und verkaufte sie nach Afrika – ehe sie Teil der Flying Bulls-Flotte wurde. Es ist etwas ganz Besonderes, an ihr zu arbeiten. Genau das wissen auch die 18 Techniker, die sich die vergangenen Monate darum gekümmert haben, sie wieder fit für den Sommer zu machen.

Während der Wintermonate wurde es ruhig um die DC-6B der Flying Bulls. Doch nur augenscheinlich, denn von Jänner bis Anfang März investierten 18 Techniker unglaubliche 3.000 Arbeitsstunden in die Wartung des Flugzeugs. „Es gab Einiges zu tun. Und wir sind froh, dass wir alles in so schneller Zeit vollbracht haben“, sagt Warren Varney, Flugzeugtechniker der Flying Bulls. Er koordinierte die knapp 20 Techniker und behielt dabei immer den Überblick. „Den zu behalten war jedoch gar nicht so einfach. Wir hatten hunderte Seiten an Checklisten, die wir Punkt für Punkt abarbeiten mussten“, so Varney. Jedes Jahr erfolgt eine Grundwartung, im Rahmen derer sämtliche Bereiche des Flugzeuges gecheckt werden. Die DC-6B ist zudem in zwölf Zonen eingeteilt, von denen vier pro Jahr zusätzlich noch detaillierter überprüft werden. Somit wird das Flugzeug nach einem Zyklus von 3 Jahren immer komplett rundum inspiziert.

Dieses Jahr wurde die Hydraulik, die gesamte Konstruktion rund um das Bugfahrwerk, der untere Teil des Flugzeuges mit der Gepäckaufbewahrung sowie das komplette Interieur, repariert, überarbeitet oder erneuert.

Im Bereich unter dem Cockpit wurden Teile der Hydraulik, sowie Komponenten an welcher das Bugfahrwerk befestigt ist zum Teil getauscht oder repariert. Im Inneren wurden die Fensterscheiben getauscht und das Interieur auf Hochglanz poliert. „Es sieht aus wie neu“, freut sich Varney. Im Inneren dämpft ein dicker Teppichboden zudem die Lautstärke der 4 Pratt & Whitney R 2800 CB-3 Motoren mit je 2.400 PS. Varney: „Ich kenne keine andere DC-6B, in welcher es so leise ist, wie in jener der Flying Bulls.“

Ebendiese vier Motoren mit 18 Zylindern wurden überprüft, genauso wie die Propeller und die Elektrik. Dutzende Kilometer Kabel sind in der DC-6B der Flying Bulls verlegt, viele wurden auf ihre Funktion hin überprüft. Eine Menge Arbeit – die bereits Anfang März abgeschlossen war. Dank großartigem Teamwork kann das Kronjuwel der Flying Bulls wieder frisch gewartet in die Lüfte steigen – und die Geschichte der DC-6B setzt sich fort.

Impressionen

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